Bau und Wissen

Verputze - Materialisierung, Form und Schadensprozesse (194331)

BeschreibungVerputzaufbauten in und an der Architektur sind in erster Linie zweckgebunden. Die Materialisierung – die Bindemittel eines Verputzaufbaus, die Siebkurve der enthaltenen Sande, die Zuschlagstoffe und Vergütungen sowie die Antragsart – wird zudem bedingt durch den Untergrund, die Exposition und die bauphysikalischen Notwendigkeiten. Innerhalb eines Verputzaufbaus sind der Anwurf und der Grundputz technische Konstruktionen, welche die notwendigen Bedingungen für den Deckputzantrag schaffen. Der Deckputz muss materialtechnisch auf den Verputzaufbau abgestimmt sein, eröffnet aber ansonsten zahlreiche gestalterische Möglichkeiten hinsichtlich Antragsart, Strukturierung und Koloristik. Verputzfl ächen sind somit aussagekräftige Geschichtszeugen, die jedoch oftmals vernachlässigt und als verletzliche Opferschichten dem Zerfall anheimgestellt und erneuert werden. Die Veränderungen im Bereich der Verputztechniken und der Materialisierungen im Laufe der letzten Jahrzehnte führten zu einer Standardisierung der Verputzrezepturen. Trockenwerksmörtel und rationelle, maschinengängige Verarbeitungstechniken haben Baustellenmischungen und überliefertes Wissen zur Zusammensetzung von Verputzen verdrängt. Diese Modernisierungen sind erwünscht und sinnvoll im Bereich der modernen Architektur, welche sich zeitgleich mit den Rationalisierungsmethoden der Verputzindustrie entwickelt hat. Jedoch sind diese modernen Materialisierungen und Techniken an der historischen Substanz oftmals entfremdet sowie bauphysikalisch kontraproduktiv, materialinkompatibel und ästhetisch nicht zufriedenstellend. Hier bestehen vom Untergrund sowie dem Gesamtkontext her andere Anforderungen an Verputzausbesserungen, Überarbeitungen und Neuaufbauten. Historische Oberfl ächen gehören stets zu den schwächsten Gliedern in der Bestandeserhaltung, da sie durch Gebrauch und bauphysikalische Einfl üsse abrasiv reduziert und mechanisch verletzt werden. Oft ist es jedoch durch gezielte, dem Objekt angepasste Massnahmen wie Ergänzungen, Festigungen, Reinigungen und materialidentische Überarbeitungen möglich, die Verputzfl ächen zu erhalten.

ZieleDer Kurstag soll einen Überblick über die Zusammensetzung von Verputzaufbauten sowie deren Entwicklung im Laufe der letzten Jahrzehnte aufzeigen. Zudem werden typische Schadensprozesse im Bereich von Verputzfl ächen bildlich dargestellt und ihre Ursachen sowie die situationsgerechten Interventionen erörtert.

PublikumPlaner, Ingenieur, Bauunternehmen, Materialtechnologen, Lieferanten

Dauer1 Tag

Startkursdatum29.11.2018

Endkursdatum29.11.2018

OrtBau und Wissen, TFB AG, Lindenstrasse 10, 5103 Wildegg

KostenCHF 595.00 inkl. MWST und Veranstaltungsunterlagen. Frühbucher bis 30 Tage vor Kursdatum erhalten 5% Reduktion.


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